Was mich antreibt

Ich glaube daran, dass wahre Stärke aus einem Ankommen bei sich selbst entsteht. Wenn wir unsere Kämpfe und Brüche annehmen und sie wertschätzen – weil sie uns zu den Menschen machen, die wir heute sind.

Als Mutter habe ich gelernt, was es bedeutet, sich selbst zwischen Fürsorge, To-Do Listen und äußeren Erwartungen immer wieder neu zu finden. Diese intensiven Erfahrungen haben mich zurück zur Kunst geführt – zu einem Raum, in dem ich schon als Kind meinen Kopf abschalten und Ausdruck für fehlende Worte finden konnte.

Mein Weg beinhaltete immer eins: Sensible Wahrnehmung und das Lesen zwischen den Zeilen. Immer begleitet von der Frage, was auf Menschen und Tiere wirkt und was uns wirklich bewegt. Ich habe erlebt, wie leicht man sich selbst im Funktionieren verliert – und wie heilsam es ist, wieder in Balance zu kommen.

Diese Erfahrungen prägen meine Kunst. In meinen Werken verschmelzen fließende Formen, natürliche Strukturen und feine Risse zu Sinnbildern für Wandel, Verletzlichkeit und innere Stärke. Sie erzählen vom Leben in Bewegung – vom Fallen, Wiederaufstehen und dem Mut, echt zu sein.

Ich wünsche mir, dass meine Kunst Dich berührt, Dir Ruhe schenkt – und Dich daran erinnert, wie viel Kraft und Inspiration in Dir steckt, wenn Du zur Ruhe kommst und hinhörst.

Vita.

1988 geboren im abgelegenen Talas-Tal, wuchs Olga Werbitzky (geb. Janz) im kirgisischen Bergland auf. Ihr Zuhause war, wie dort üblich, ein Hof mit Hühnern, Gänsen und Schweinen, die selbst gezüchtet und geschlachtet wurden. In Talas herrschen bis heute meist mittelalterliche Verhältnisse: Für die Wasserversorgung eine Wasserpumpe im Hof, ein Plumpsklo im hinteren Gartenbereich und für alles, was man nicht selbst produzieren kann, ein Markt oder kleine Läden im Zentrum des Ortes.

1992 wanderte die Familie nach Deutschland aus, die eigentliche Heimat ihrer vertriebenen Vorfahren. Die Umstellung war herausfordernd. Als zurückhaltendes Kind, sensibel und schüchtern tat die Sprachbarriere ihr übriges. Früh nutzte sie das Malen und Zeichnen als Ausdrucksform und das Talent blieb, kurz nach der Einschulung, nicht unentdeckt.

Die Empfehlung: Auf eine Kunst- und Begabtenschule zu wechseln. Natürlich privat zu bezahlen und für ihre, zu diesem Zeitpunkt bereits alleinerziehende, Mutter nicht tragbar. Es folgte die normale Schullaufbahn, doch parallel entwickelte Olga ihre künstlerischen Fähigkeiten autodidaktisch weiter.

Schließlich entschied sie sich für ein Studium der Kommunikationsgestaltung an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, lebte jeweils 6 Monate in Venedig (Italien) und Sydney (Australien) und übte 12 Jahre lang Marketing & Kommunikation im Luxussegment eines Automobilherstellers aus.

Parallel nutzte sie ihr Feingefühl für Tätigkeiten wie Tanztrainerin und einer ersten Selbsständigkeit als Hundetrainerin für Angsthunde. Bis sie schließlich zurück zur Kunst fand.

Nächste Ausstellung:

26. Juli - 23. August 2026 // Mitgliederaussstellung in der Kulturmühle, Rechberghausen